Bedeutende Fundort eisenzeitlicher Gräber in Hessen

Der Glauberg (Wetteraukreis)

Dies ist zweifellos die wichtigste eisenzeitliche Fundstätte Hessens und von europaweiter Bedeutung.

  • Die Funde: In den 1990er Jahren entdeckte man hier drei Prunkgräber. Das Highlight war die Statue des Keltenfürsten vom Glauberg, eine lebensgroße Sandsteinfigur mit der charakteristischen "Mittelmeerstulpe" (Haartracht oder Helm).
  • Die Anlage: Es gibt zwei große Grabhügel (Hügel 1 und 2) und ein rätselhaftes Grabenwerk, das astronomisch ausgerichtet scheint.
  • Bedeutung: Der Glauberg war ein Machtzentrum mit einer befestigten Höhensiedlung und einer rituellen Prozessionsstraße.

Der Magdalenenberg bei Bad Nauheim

Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Hügel im Schwarzwald. In der Wetterau gibt es zahlreiche kleinere Hügelgruppen.

  • Die Region um Bad Nauheim war wegen der Salzgewinnung extrem wohlhabend. Salz war das „weiße Gold“ der Eisenzeit, was den Bau monumentaler Grabhügel in dieser Gegend erst ermöglichte.

Das Frankfurter Stadtwald-Gebiet

Auch im heutigen Stadtgebiet von Frankfurt finden sich Spuren:

  • Im Frankfurter Stadtwald (nahe dem Oberforsthaus) sind noch heute Reste von Grabhügelgruppen sichtbar.
  • Diese stammen oft aus der Hallstattzeit. Viele wurden im 19. Jahrhundert laienhaft ausgegraben, wobei kostbare Bronzebeigaben (Schwerter, Fibeln) gefunden wurden.

Nordhessen und der Kasseler Raum

Auch im Norden Hessens gibt es bedeutende Hügelgräberfelder, die oft eine Mischung aus lokalen Traditionen und keltischen Einflüssen zeigen:

  • Gudensberg: Hier finden sich Gruppen, die zeigen, dass die Besiedlung Hessens in der Eisenzeit flächendeckend war.
  • Verna (Schwalm-Eder-Kreis): Bekannt für Bestattungen, die den Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit markieren.