Für das Golddorf Mensfelden war 2025 ein ganz besonderes Jahr. Man feierte im Juni bei traumhaftem Sommerwetter den 1250. Geburtstag und es war ein Fest, welches nicht nur mit Highlights gespickt war, sondern es war auch ein Fest der Freundschaft, des Miteinander und der Rückkehr und des Wiedersehens.
Die Geschichte dazu: Am 23.03.1776 treffen 10 Familien (zusammen 41 Personen) aus den limburgischen Dörfern Mensfelden und Ennerich, treffen in der Gemarkung Trendelburg ein. Die Auswanderer aus dem kurtrierischen Raum, die den dort drückenden Abgaben und Lasten entkommen wollten, hatten zunächst nach Preußen umsiedeln wollen. Mensfelder Abgesandte, die in Preußen, die ihnen dort zugedachten Wohnsitze besichtigten wollten, machten auf dem Weg dorthin in Kassel Station. Da der Raum Trendelburg immer noch schwer an den Folgen des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) litt, wurden ihnen von höchster Stelle Vergünstigungen zugesichert, wenn sie ihre Schützlinge im Raum Trendelburg, unweit des sog. „Hammelstalles“, sesshaft machen würden. Das so entstehende Dorf, das als „Kolonie“ bezeichnet wurde, wurde nach dem Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel „Friedrichsfeld“ benannt. Die Unterbringung der Familien erfolgte zunächst teils in Trendelburg, teils in Behelfshütten. Es begann der Bau der ersten 4 Häuser (Steinhäuser), in denen zunächst alle Familien zusammen wohnten. Die Grundstücke wurden den Kolonisten zur Erbleihe überlassen. Im Jahr 1777 folgte der Bau weiterer 6 Häuser aus Fachwerk. Zum so angelegten Dorf gehörten außerdem 10 hölzerne Scheunen und Stallungen (für Kleinvieh), ein Backhaus und ein Brunnen. Zu den ersten „Kolonisten“ aus Mensfelden gehörten: Georg Wilhelm Lieber sen., Anton Lieber sen., Wilhelm Lieber jun., Anton Lieber jun., Georg Philipp Zollmann, Georg Anton Frickhöfer und Christian Deußer (Quelle: Arbeitskreis 1250-Jahre Mensfelden, Rolf Schwenk).
Während der 1250-Jahr Feierlichkeiten im letzten Jahr, war dann eine Delegation aus Friedrichsfeld zu Besuch in Mensfelden und hatten ein außergewöhnliches Geschenk dabei. Eine „Ruhebank“, dessen Einweihung dann auch im Rahmen des Dorffestes am 19.06.2025 direkt vor Ort erfolgte. Der Transport erfolgte per Pick Up eines Mensfelder Unternehmers. Eine Gravur der Bank soll in den nächsten Wochen erfolgen. Aber nicht „nur“ an diesem Geschenk, kann man die außergewöhnliche Verbindung, die im nächsten Jahr 250-Jahre Bestand hat, ausmachen, sondern man besucht sich gegenseitig bei Veranstaltungen oder trifft sich auch sonst regelmäßig, um sich ganz einfach über die Vergangenheit auszutauschen und Erinnerungen wieder aufleben zu lassen. Auch die Wertschätzung an die Heimat und die „Auswanderer“ wird durch Straßennamen verdeutlicht. So gibt es in Mensfelden einen Friedrichsfelder Ring und umgekehrt eine Mensfelder Straße. Der Mensfeldener Ortsvorsteher Stephan Blödel und Rolf Schwenk vom Arbeitskreis 1250-Jahre, zeigten sich nun bei einem Ortstermin noch einmal sehr gerührt.
„Natürlich gibt es in diesem Jahr einen Gegenbesuch zu den Feierlichkeiten „250 Jahre Friedrichsfeld“, so die Beiden gegenüber der Presse. Ein Fest, für dass es schon im November 2023 bei einer Sitzung des Ortsbeirates Friedrichsfeld als Punkt 9 auf der Tagesordnung zu ersten Überlegungen gekommen ist, was auf der Einladung des dortigen Ortsvorstehers, Dr. Hans-Albert Lotze vom 30. Oktober 2023 zu sehen ist. (D.B.)
